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Nach 13 Jahren Wartezeit: „John Wick“-Star Keanu Reeves spielt wieder einen Samurai in einem Action-Epos

May 28, 2026  Twila Rosenbaum  16 views
Nach 13 Jahren Wartezeit: „John Wick“-Star Keanu Reeves spielt wieder einen Samurai in einem Action-Epos

Fast 13 Jahre ist es her, dass Keanu Reeves das letzte Mal in die Rolle eines Samurai schlüpfte. Damals, im Jahr 2013, erschien das Fantasy-Epos „47 Ronin“, das auf einer wahren Begebenheit beruht und in dem Reeves einen halb-japanischen Außenseiter spielt, der eine Gruppe von Ronin anführt. Der Film erhielt zwar gemischte bis negative Kritiken und floppte an den Kinokassen, doch viele Fans bewahrten sich eine tiefe Zuneigung zu Reeves’ Darstellung eines edlen Kriegers mit dem Schwert. Nun, mehr als ein Jahrzehnt später, erfüllt sich der Wunsch dieser Anhänger – wenn auch in unerwarteter Form. Reeves wird nicht erneut in Fleisch und Blut als Samurai vor der Kamera stehen, sondern seine markante Stimme einer animierten Figur leihen.

Das Projekt trägt den Namen „Hidari“ und ist ein Stop-Motion-Animationsfilm, der von Regisseur Masashi Kawamura und Produzentin Noriko Matsumoto entwickelt wird. Die Ankündigung erfolgte im Rahmen des Annecy Animation Showcase bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes. Kawamura, der vor allem durch seine experimentellen Kurzfilme und Werbearbeiten bekannt ist, zeigte sich überwältigt von der Zusage des Hollywood-Stars. „Ich hätte niemals gedacht, dass er sich tatsächlich dem Projekt anschließen würde. Selbst jetzt fühlt es sich noch immer unwirklich an“, zitierte ihn das Branchenportal „whatever“. Mit an Bord sei nun das Team noch motivierter, etwas Außergewöhnliches zu schaffen.

Die Handlung von „Hidari“

Die Geschichte dreht sich um Hidari Jingoro, einen talentierten Handwerker und Bildhauer, der im Japan der Edo-Zeit lebt. Durch Intrigen beim Wiederaufbau der Burg Edo verliert er nicht nur seinen Meister, sondern auch seine große Liebe und seinen rechten Arm. Von Trauer und Wut getrieben, verwandelt er sich in einen zornigen Samurai, der seinen verlorenen Arm durch eine tödliche Waffe ersetzt. Gemeinsam mit seiner Begleiterin, der „Schlafenden Katze“, begibt er sich auf einen blutigen Pfad der Vergeltung. Die Prämisse erinnert stark an die „John Wick“-Filme, in denen Reeves ebenfalls einen Mann spielt, dem alles genommen wird und der mit unerbittlicher Rache zurückschlägt. Der Unterschied: Statt moderner Waffen und Autos gibt es in „Hidari“ Schwerter, Tempel und feudale Hierarchien.

Der Film wird im klassischen Stop-Motion-Stil umgesetzt, was eine aufwendige und zeitintensive Produktion bedeutet. Jede Bewegung der Puppen und Figuren muss von Hand animiert werden, was dem Werk eine besondere handwerkliche Note verleiht. Regisseur Kawamura hat auf YouTube bereits mehrere Einblicke in die Arbeit gewährt, darunter einen Konzeptfilm, der die düstere, von japanischer Holzschnittkunst inspirierte Ästhetik zeigt. Die Animation erinnert an Filme wie „Kubo – Der tapfere Samurai“ von Travis Knight, der 2016 ebenfalls einen Stop-Motion-Samurai-Film vorlegte und dafür viel Lob bekam. „Hidari“ könnte in diese Tradition einsteigen, aber mit einem noch düstereren und erwachseneren Ton.

Keanu Reeves und seine Samurai-Vergangenheit

Keanu Reeves hat eine besondere Verbindung zur japanischen Kultur, die auf seine chinesisch-hawaiianischen Wurzeln väterlicherseits zurückgeht. Anfang der 2010er-Jahre widmete er sich diesem Erbe in zwei Projekten: „Man of Tai Chi“, seinem Regiedebüt, und „47 Ronin“. Beide Filme waren kommerziell wenig erfolgreich, aber sie zeigten Reeves’ Interesse an fernöstlicher Philosophie und Kampfkunst. Im Gespräch mit japanischen Medien betonte er immer wieder seine Bewunderung für Samurai-Ideale wie Ehre, Loyalität und Selbstdisziplin. „47 Ronin“ basiert lose auf der wahren Geschichte der 47 Ronin, die den Tod ihres Herrn rächten und dann selbst Seppuku begingen – eine Geschichte, die in Japan bis heute als Nationalepos gilt. Reeves’ Rolle darin war umstritten, da die Figur des Kai ein westlich erdachter Charakter war, der nicht in der ursprünglichen Legende vorkommt. Dennoch schätzten Fans die Auftritte des Schauspielers in Samurai-Rüstung.

Nun kehrt er in dieses Setting zurück, wenn auch nur stimmlich. Die Entscheidung, einen Synchronsprecher für eine Animationsfigur zu engagieren, ist nicht ungewöhnlich. Viele große Stars leihen ihre Stimmen für Zeichentrick- oder Stop-Motion-Filme. Bemerkenswert ist jedoch die Wahl gerade eines so actionerprobten Schauspielers wie Reeves, der vor allem durch die „John Wick“-Serie internationale Berühmtheit erlangte. Die Parallelen zwischen John Wick und Hidari Jingoro sind offensichtlich: beides Männer, die durch einen tragischen Verlust zu unaufhaltsamen Rächern werden. Es scheint fast, als habe das Filmteam bewusst eine Figur kreiert, die Reeves’ ikonische Rolle aus dem Actionkino aufgreift und in ein historisches Setting überträgt.

Die Bedeutung von Stop-Motion im modernen Animationskino

Stop-Motion ist eine der ältesten Animationstechniken und erlebt in den letzten Jahren eine Renaissance. Filme wie „Corpse Bride“ von Tim Burton, „Kubo“ oder „Isle of Dogs“ von Wes Anderson zeigen die künstlerischen Möglichkeiten dieser Methode. Im Gegensatz zu computergenerierten Animationen vermitteln Stop-Motion-Filme eine greifbare, haptische Qualität, die viele Zuschauer als besonders emotional und authentisch empfinden. Jede Puppe wird von Hand gefertigt, jedes Gesichtsmimik aus hunderten von Einzelteilen zusammengesetzt. Der Aufwand ist enorm: Für einen 90-minütigen Film müssen oft mehrere Jahre Arbeit investiert werden. „Hidari“ profitiert von dieser Tradition, könnte aber auch technische Innovationen wie 3D-gedruckte Teile oder digitale Nachbearbeitung nutzen, um die Effizienz zu steigern.

Regisseur Masashi Kawamura ist für seine detailverliebte Handwerkskunst bekannt. In seinen Kurzfilmen wie „The End of the World“ oder „Kumiko“ zeigte er eine Vorliebe für düstere, poetische Bilder, die an japanische Holzschnitte erinnern. Für „Hidari“ hat er sich intensiv mit der Edo-Zeit auseinandergesetzt, um die Architektur, Kleidung und Waffen authentisch darzustellen. Die Stoffe der Kimonos, die Texturen der Holzgebäude und die Schärfe der Klingen – all das wird in Handarbeit nachgebildet. Das Team veröffentlichte auf YouTube kurze Making-of-Videos, in denen zu sehen ist, wie die Puppen bewegt und die Sets beleuchtet werden. Die Liebe zum Detail ist beeindruckend. So soll die „Schlafende Katze“, die Begleiterin des Helden, tatsächlich aus echter Katzenfell gefertigt sein, das von Hand getrimmt wurde, um die perfekte Fellstruktur zu erzeugen.

Für Keanu Reeves bedeutet die Synchronarbeit eine neue Herausforderung. In einem Statement sagte er: „Vom ersten Konzept bis zum fertigen Drehbuch hat das Team etwas wahrhaft Außergewöhnliches erschaffen. Es hat alles, was einen großartigen Film ausmacht – einen, auf den ich mich sehr freue und an dem ich nur zu gerne mitwirken möchte. Ich bin überzeugt, dass dieses Projekt das Potenzial dazu hat, einem weltweiten Publikum etwas ganz Besonderes zu bieten.“ Diese Begeisterung teilt auch Kawamura, der Reeves als „unglaublichen Schauspieler“ bezeichnete und die Zusammenarbeit als „unwirklichen Traum“ beschrieb.

Veröffentlichung und Erwartungen

Bislang ist kein konkretes Veröffentlichungsdatum für „Hidari“ bekannt. Die Produktion befindet sich wahrscheinlich noch in der frühen Phase, da die Ankündigung erst vor wenigen Tagen erfolgte. Stop-Motion-Filme benötigen in der Regel mehrere Jahre bis zur Fertigstellung. Wenn alles nach Plan läuft, könnte „Hidari“ frühestens 2026 oder 2027 in die Kinos kommen. Der Film soll weltweit vertrieben werden, vermutlich über einen großen Streaming-Dienst oder ein Studio, das sich auf Animationsfilme spezialisiert hat. Angesichts der Popularität von Keanu Reeves – nicht zuletzt durch die „John Wick“-Filme, die „Matrix“-Reihe und seine Internetpräsenz als sympathischer Star – ist bereits jetzt mit großer Aufmerksamkeit zu rechnen.

Die Ankündigung hat in der Fangemeinde Diskussionen ausgelöst. Viele sind gespannt, ob Reeves als Synchronsprecher überzeugen kann und wie der Film die Samurai-Tradition neu interpretiert. Kritisch beäugt wird die Tatsache, dass ein westlicher Schauspieler eine japanische Figur spricht, auch wenn es sich um eine Animation handelt. Japanische Stimmen werden vermutlich in der Originalversion zu hören sein, aber für den internationalen Markt wird Reeves eingesetzt. Das könnte erneut Debatten über kulturelle Aneignung auslösen, wie sie schon bei „47 Ronin“ aufkamen. Andererseits sehen viele Fans darin eine Hommage an die japanische Kultur und eine Chance, diese einem breiteren Publikum nahezubringen.

Neben „Hidari“ ist Keanu Reeves in mehreren anderen Projekten involviert. Dazu gehören die Fortsetzungen von „John Wick“ sowie mögliche neue Folgen der „Matrix“-Reihe. Sein Terminkalender ist voll, aber für „Hidari“ hat er sich ausdrücklich Zeit genommen. Das zeigt, wie sehr ihn das Projekt begeistert. Es ist nicht sein erster Ausflug ins Animationsgenre: Bereits 2021 sprach er in der Netflix-Serie „The SpongeBob Movie: Sponge on the Run“ eine Nebenfigur, und in der Vergangenheit lieh er seine Stimme für Videospiele wie „Cyberpunk 2077“. Mit „Hidari“ betritt er jedoch Neuland: Zum ersten Mal leiht er einer vollständig animierten Hauptfigur in einem künstlerisch ambitionierten Stop-Motion-Film seine Stimme. Das könnte ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere werden, der zeigt, dass er nicht nur als Actionheld, sondern auch als vielseitiger Sprecher talentiert ist.

Insgesamt verspricht „Hidari“ ein visuell beeindruckendes und emotional packendes Kinoerlebnis zu werden. Die Kombination aus traditioneller japanischer Geschichte, moderner Stop-Motion-Technik und der Stimme eines Weltstars macht den Film zu einem der am meisten erwarteten Animationsprojekte der nächsten Jahre. Fans von Keanu Reeves und Liebhaber des Samurai-Genres dürfen sich auf ein Wiedersehen mit ihrem Helden in neuer Form freuen – und auf eine Reise in das feudale Japan, die ebenso brutal wie schön sein wird.


Source: KINO News


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