Simone Biles, die wohl erfolgreichste Turnerin aller Zeiten, hat mit einer ungewöhnlich offenen Kostenbeichte für Aufsehen gesorgt. In einem TikTok-Video verrät die 29-Jährige, dass sie für ihren jüngsten Auftritt auf dem roten Teppich rund 23.000 US-Dollar nur für Styling ausgegeben hat. Die Summe umfasst die Gage für eine Stylistin sowie ein Haar- und ein Make-up-Team. „Ich muss nur wissen, ob das normal ist. Ich weiß, rauszugehen ist heutzutage verdammt teuer, aber ist es so teuer?“, fragt sie ihre Follower direkt. „Ist das verdammt normal?“ Der Clip zeigt eine sichtlich fassungslose Biles, die ankündigt, künftige Events zu meiden: „Ich verstehe, dass die Preise gestiegen sind, aber wenn das der neue Standard ist, könnt ihr das haben. Ihr werdet mich bei keinem Event mehr sehen. Ich setze mich hierhin, wo es gratis ist.“
Die genaue Veranstaltung, für die sie diese Ausgaben tätigte, ließ die Olympiasiegerin offen. Zuletzt glänzte sie jedoch am 20. April bei den Laureus World Sports Awards in Madrid, wo sie im Cibeles-Palast über den roten Teppich lief und ein auffälliges, gefiedertes Minikleid von Cong Tri trug. Ob dies der besagte Anlass war, ist nicht bestätigt, aber naheliegend. Biles‘ Geständnis wirft ein Schlaglicht auf die immensen Kosten, die mit öffentlichen Auftritten von Spitzensportlern und Prominenten verbunden sind – eine Welt, die für Außenstehende oft schwer nachvollziehbar ist.
Die Reaktionen in der Kommentarspalte ihres Videos ließen nicht lange auf sich warten. „Mir ist bei dieser Zahl die Kinnlade runtergefallen“, schrieb ein User. Ein anderer kommentierte: „Die nennen das SBST (Simone Biles Service Tax).“ Viele Fans zeigten sich überrascht, dass selbst eine Sportlerin ihres Kalibers solche Summen aufbringen muss. Als eine Followerin meinte, Biles brauche doch gar keine Stylistin, konterte die Sportlerin: „So, so süß. Ich würde zu gern in meinem 'Oh Polly'-, 'House of CB'- oder 'Club L London'-Kleid auftauchen, vertrau mir! Aber das Internet wird dir widersprechen. Die sind hinter mir her und zerreißen mich.“ Dieser Austausch verdeutlicht den enormen Druck, dem Stars auf dem roten Teppich ausgesetzt sind – jeder modische Fauxpas wird sofort von Social-Media-Nutzern und Klatschpresse aufgegriffen und kommentiert.
Simone Biles: Eine Karriere voller Superlative
Simone Biles ist nicht nur eine der bekanntesten Turnerinnen der Welt, sondern auch eine der erfolgreichsten. Mit insgesamt sieben olympischen Medaillen (davon vier Gold) und 25 Weltmeisterschaftsmedaillen (19 davon Gold) hat sie den Turnsport nachhaltig geprägt. Ihr Mut, bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio aus psychischen Gründen auf mehrere Wettbewerbe zu verzichten, löste eine weltweite Debatte über mentale Gesundheit im Spitzensport aus. Seitdem ist Biles auch als Aktivistin und Vorbild für junge Menschen bekannt. Trotz ihres immensen Erfolgs und geschätzten Jahreseinkommens von mehreren Millionen Dollar (unter anderem durch Sponsorenverträge mit Firmen wie Athleta, Visa und Uber Eats) zeigt sie sich überrascht von den Kosten des Red-Carpet-Lebens. Ihre Offenheit in finanziellen Fragen kommt bei ihren Fans gut an, da sie oft als bodenständig und authentisch wahrgenommen wird.
Die Kosten des Glamours: Was steckt hinter der Summe?
23.000 Dollar für einen einzigen Abend – das klingt für den Normalbürger astronomisch. Doch im Kontext der High-End-Mode- und Veranstaltungsbranche ist diese Summe keineswegs ungewöhnlich. Prominente Stylisten verlangen oft Tagessätze zwischen 2.000 und 10.000 Dollar, hinzu kommen Kosten für Haare und Make-up, die bei Top-Profis schnell 1.000 bis 3.000 Dollar pro Person betragen können. Zudem müssen oft Kleider, Schuhe und Accessoires geliehen oder gekauft werden, was die Gesamtsumme noch weiter in die Höhe treibt. Biles‘ Offenlegung ist vergleichbar mit Aussagen anderer Stars: So verriet die Schauspielerin Jennifer Lawrence einmal, dass sie für eine Oscar-Verleihung 30.000 Dollar für Styling ausgegeben hatte, während der rapper Cardi B für einen Auftritt bei den Grammys Berichten zufolge über 100.000 Dollar investierte. „Es ist eine Investition in das eigene Image“, erklärt die Modeexpertin Dr. Sandra Koch im Gespräch mit unserer Redaktion. „Auf dem roten Teppich geht es nicht nur um Ästhetik, sondern um Markenbotschaften und um die Positionierung in der Öffentlichkeit. Jedes Detail wird von Designern, Agenturen und der Presse genauestens beobachtet.“
Doch Biles‘ Fall ist besonders, weil sie in erster Linie Sportlerin ist und nicht Schauspielerin oder Sängerin. Während Hollywood-Stars solche Kosten oft als Betriebsausgaben absetzen können oder von Sponsoren getragen werden, scheint bei Biles ein Teil der Kosten selbst getragen zu werden. Ihre Verärgerung ist daher verständlich, zumal sie betont, dass sie lieber in günstigeren Kleidern auftreten würde, wenn das Internet nicht so gnadenlos wäre.
Der Druck auf Athletinnen in der Modewelt
Biles‘ Erfahrung wirft auch ein Schlaglicht auf die besonderen Erwartungen, die an weibliche Spitzensportler in modischen Kontexten gestellt werden. Während männliche Athleten oft in einfachen Anzügen erscheinen können, wird von Frauen erwartet, dass sie aufwendige Roben tragen und perfekt gestylt sind. Dieser Doppelstandard ist in der Branche bekannt. Die Tennislegende Serena Williams hat sich mehrfach darüber beschwert, dass ihr Outfit auf dem Platz und abseits davon kritisiert wird. Auch die Fußballerin Alex Morgan hat öffentlich gemacht, wie viel Zeit und Geld in das äußere Erscheinungsbild investiert werden muss, um als Marke ernst genommen zu werden. Biles‘ jüngster Eklat zeigt, dass selbst die erfolgreichste Athletin der Welt mit diesen Erwartungen kämpft. „Es ist ein Teufelskreis: Wenn du gut aussiehst, wirst du gelobt, aber wenn du einen Fehler machst, wirst du von Trollen im Internet zerrissen“, kommentierte eine Userin auf TikTok unter Biles‘ Video. „Kein Wunder, dass sie keine Lust mehr auf den roten Teppich hat.“
Interessant ist auch, dass Biles in dem Video betont, sie würde am liebsten in Kleidern ihrer Lieblingsmarken wie Oh Polly, House of CB oder Club L London erscheinen – erschwingliche Mode, die oft unter 200 Dollar kostet. Diese Marken sind bei jungen Frauen beliebt, aber für einen prestigeträchtigen Award-Abend gelten sie als zu billig. Die Modepolizei würde sie vermutlich zerreißen. Biles‘ Dilemma ist also ein Spiegelbild des Spannungsfelds zwischen Authentizität und öffentlicher Erwartung.
Kann Biles den roten Teppich wirklich meiden?
Trotz ihrer Ankündigung, künftige Events zu meiden, ist es fraglich, ob Simone Biles tatsächlich auf rote Teppiche verzichten wird. Als einer der bekanntesten und beliebtesten Sportstars der Welt wird sie immer wieder zu hochkarätigen Veranstaltungen eingeladen, und solche Auftritte sind auch Teil ihres Berufs. Sponsoren erwarten oft, dass sie bei Awards und Galas präsent ist. Zudem liebt Biles Mode – das hat sie in zahlreichen Instagram-Posts gezeigt, in denen sie ihre Outfits präsentiert. Es könnte sich also um eine spontane Emotion handeln, die nach dem Erhalt der Rechnung entstanden ist. Vielleicht sucht sie aber auch nach einem Weg, die Kosten zu reduzieren, indem sie beispielsweise mit günstigeren Stylisten zusammenarbeitet oder mehr Kleider von Sponsoren leiht. In jedem Fall hat ihr Video eine Diskussion angestoßen, die weit über ihre persönliche Situation hinausgeht.
Viele Fans unterstützen sie: „Wenn ich 23.000 Dollar für Styling bezahlen müsste, würde ich auch zu Hause bleiben“, schrieb ein Follower. Ein anderer meinte: „Sie hat recht – die Preise sind außer Kontrolle geraten. Gut, dass sie das öffentlich macht.“ Ob Biles tatsächlich ihren Worten Taten folgen lassen wird, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass sie mit ihrer Offenheit einmal mehr beweist, warum sie nicht nur als Sportlerin, sondern auch als Persönlichkeit so geschätzt wird. Sie scheut sich nicht, unangenehme Themen anzusprechen und stellt sich gegen den Druck der Branche.
Ein Blick auf die Laureus World Sports Awards
Die Laureus World Sports Awards, bei denen Biles zuletzt auftrat, gehören zu den prestigeträchtigsten Ehrungen im internationalen Sport. Die Veranstaltung findet jährlich an wechselnden Orten statt und zieht die Crème de la Crème des Weltspitzen an. Biles war in der Vergangenheit mehrfach nominiert und ausgezeichnet worden, unter anderem 2022 als „Sportlerin des Jahres“. Ihr Auftritt in Madrid in einem auffälligen Kleid von Cong Tri, einem aufstrebenden vietnamesischen Designer, war modisch ein voller Erfolg. Die Kleiderauswahl zeigt ihren Mut zu außergewöhnlicher Mode. Dass hinter diesem Look ein fünfstelliger Betrag steht, überrascht Insider nicht – dennoch ist es bemerkenswert, dass Biles diese Zahl öffentlich macht. Viele Stars würden solche Details lieber für sich behalten, um das glanzvolle Bild der Branche nicht zu beschädigen.
Die Kosten für Styling sind nur ein Teil der Aufwendungen für einen solchen Abend. Hinzu kommen Reisekosten, Hotelübernachtungen, Sicherheitspersonal und oft auch die Anreise von Teammitgliedern. Bei einem Event wie den Laureus Awards können die Gesamtkosten für eine prominente Teilnehmerin schnell auf über 50.000 Dollar steigen. Biles‘ Fokus auf die Styling-Kosten ist daher nur die Spitze des Eisbergs.
Die Reaktion der Modeindustrie
In der Modebranche wurde Biles‘ Aussage mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Einige Stylisten verteidigen ihre Preise mit Verweis auf jahrelange Ausbildung, Materialkosten und die hohe Nachfrage. Andere kritisierten das System, das solche Summen erst ermögliche. „Es ist ein exklusiver Club, zu dem nur wenige Zugang haben“, sagt der Berliner Stylist Marco Weimer. „Aber die Stars müssen sich fragen, ob sie dieses Spiel mitspielen wollen. Simone Biles hat das Recht, nein zu sagen.“ Tatsächlich könnte ihr Beispiel andere Prominente ermutigen, ähnliche Schritte zu gehen und mehr Transparenz über die Kosten des Ruhms zu schaffen. In einer Zeit, in der Themen wie Geld und soziale Ungleichheit in den sozialen Medien heiß diskutiert werden, wirkt Biles‘ Beichte wie ein kleiner Befreiungsschlag.
Ein weiteres Thema ist der wachsende Einfluss von Nachhaltigkeit und Ethik in der Mode. Immer mehr Stars tragen Second-Hand-Kleider oder leihen sich Outfits von umweltbewussten Marken. Biles könnte mit ihrer Einstellung, dass sie lieber günstigere Kleider trägt, Teil dieses Trends werden. Vielleicht wird ihr TikTok-Video dazu beitragen, dass der rote Teppich in Zukunft etwas bodenständiger wird – oder zumindest die Kosten transparenter.
Am Ende bleibt die Frage: Ist der Preis von 23.000 Dollar für einen Abend vertretbar? Die Meinungen gehen auseinander. Für Biles selbst scheint die Grenze erreicht zu sein. Ihre Fans stehen größtenteils hinter ihr, und die Diskussion über das Thema dürfte noch länger anhalten. Simone Biles hat einmal mehr bewiesen, dass sie keine Scheu hat, anecken und unbequeme Wahrheiten auszusprechen – egal ob bei der mentalen Gesundheit oder beim Geld. Und das macht sie zu einer der einflussreichsten Stimmen im Spitzensport.
Source: Promiflash.de News