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Real Madrid: Kylian Mbappé kritisiert Trainer Arbeloa

May 16, 2026  Twila Rosenbaum  9 views
Real Madrid: Kylian Mbappé kritisiert Trainer Arbeloa

Die Stimmung bei Real Madrid brodelt. Nach dem 2:0-Heimsieg gegen Real Oviedo am Donnerstagabend ließ Superstar Kylian Mbappé seinen Frust gegenüber Journalisten freien Lauf. Der 27-jährige Franzose wurde erst in der 68. Minute eingewechselt und bereitete elf Minuten später das zweite Tor durch Jude Bellingham vor. Doch statt sich über den Sieg zu freuen, stand Mbappés Unmut über die Entscheidungen von Trainer Álvaro Arbeloa im Mittelpunkt.

„Ich stand nicht in der Startelf, weil der Trainer sagte, dass ich in seinen Augen nur der vierte Stürmer sei, hinter Mastantuono, Vini und Gonzalo. Das akzeptiere ich“, erklärte Mbappé sichtlich verärgert. Die Aussage sorgte für Aufsehen, denn Mbappé gilt seit seinem Wechsel zu Real Madrid im Sommer 2024 als einer der teuersten und bestbezahlten Spieler der Vereinsgeschichte. Seine Bilanz von 32 Toren in 43 Pflichtspielen in dieser Saison spricht für sich – dennoch findet er sich plötzlich in einer Rolle wieder, die er aus seiner Zeit bei Paris Saint-Germain und der französischen Nationalmannschaft nicht gewohnt ist.

Arbeloa widerspricht: „Habe so etwas nie gesagt“

Trainer Álvaro Arbeloa, der erst im Januar die Nachfolge von Xabi Alonso angetreten hatte, zeigte sich überrascht über Mbappés Behauptungen. „Ich habe keine vier Stürmer und habe so etwas nicht zu Mbappé gesagt. Er hat mich wahrscheinlich nicht verstanden. Ich weiss wirklich nicht, was ich euch sagen soll“, konterte der 43-jährige Spanier auf der Pressekonferenz. Arbeloa, selbst ehemaliger Real-Spieler und Champions-League-Sieger, steht nach nur wenigen Monaten im Amt bereits massiv unter Druck. Die Königlichen liegen in La Liga auf dem dritten Platz, hinter dem FC Barcelona und Atlético Madrid, und haben in der Champions League das Halbfinale erreicht – doch intern kriselt es gewaltig.

Die unterschiedlichen Darstellungen von Spieler und Trainer lassen auf mangelnde Kommunikation schließen. Während Mbappé von einer klaren Hierarchie spricht, bestreitet Arbeloa jegliche Abstufung. Unabhängig davon, wer die Wahrheit sagt, zeigt der Vorfall, dass die Chemie zwischen dem Starstürmer und seinem Coach alles andere als optimal ist. Mbappé betonte zwar, dass er die Entscheidungen des Trainers akzeptieren müsse, aber sein Tonfall verriet tiefe Enttäuschung. „Ich war 100 Prozent fit und bereit zu starten. Du kannst nicht sauer auf den Trainer sein, aber ich werde weiter hart arbeiten und darauf warten, wieder ein Starter zu sein“, fügte er hinzu.

Hintergrund: Mbappés turbulente Saison

Die aktuellen Spannungen sind nur die Spitze des Eisbergs. Mbappé hat in dieser Saison bereits mit Verletzungen zu kämpfen gehabt, darunter eine Oberschenkelzerrung, die ihn mehrere Wochen pausieren ließ. Während seiner Genesung soll er spanischen Medien zufolge mit der Schauspielerin Ester Expósito nach Italien gereist sein, was Fans und Vereinsführung verärgerte. Der Vorwurf: Mbappé würde seine Rehabilitation nicht ernst nehmen und sich für die anstehende Weltmeisterschaft schonen wollen. Die Buhrufe der eigenen Anhänger beim Spiel gegen Oviedo waren die Quittung für dieses vermeintliche Fehlverhalten.

Dabei ist Mbappé nicht der Einzige, der mit Kritik konfrontiert ist. Die gesamte Mannschaft scheint von internen Konflikten gezeichnet. Erst vor wenigen Tagen verhängte der Klub Geldstrafen von jeweils 500.000 Euro gegen die Mittelfeldspieler Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni. Die beiden waren in der Kabine handgreiflich aneinandergeraten, wobei sich Valverde Verletzungen am Kopf zuzog. Ein solcher Vorfall ist ein alarmierendes Zeichen für das Arbeitsklima im Team, das in den letzten Jahren durch Erfolge wie den Champions-League-Titel 2024 zusammengehalten wurde, nun aber zu zerfallen droht.

José Mourinho: Die Rückkehr des „Special One“?

Inmitten dieser Krise verdichten sich die Gerüchte um eine Rückkehr von José Mourinho. Der Transfer-Experte Sacha Tavolieri berichtet, dass der Portugiese vor einem Wechsel zu Real Madrid stehe. Mourinho hat bei Benfica Lissabon noch einen Vertrag bis 2027, doch die Saison in Portugal verläuft enttäuschend. Benfica liegt derzeit nicht auf einem Champions-League-Platz, und Mourinho steht intern in der Kritik. Ein vorzeitiger Abgang im Sommer 2026 scheint daher möglich.

Mourinho trainierte Real Madrid bereits von 2010 bis 2013 und führte den Klub 2012 zur spanischen Meisterschaft sowie zum Pokalsieg. Seine autoritäre Art und sein taktisches Geschick könnten genau das sein, was die zerstrittene Mannschaft braucht. Allerdings ist Mourinho auch für seine konfliktreichen Beziehungen zu Starspielern bekannt – eine Eigenschaft, die bei einem Charakter wie Mbappé durchaus problematisch sein könnte. Dennoch: In Madrid wird Mourinho immer noch als Erfolgsgarant verehrt, und seine Rückkehr würde nicht nur sportlich, sondern auch medial für Aufsehen sorgen.

Offiziell bestätigt ist bisher nichts. Weder der Klub noch Mourinho selbst haben sich geäußert. Tavolieri zufolge wird sich der 63-Jährige nächste Woche zu den Spekulationen äußern. Sollte Mourinho tatsächlich kommen, würde dies das Ende der kurzen Ära Arbeloa bedeuten. Der ehemalige Rechtsverteidiger übernahm erst im Januar von Xabi Alonso, der nach einer erfolgreichen Saison zu Bayer Leverkusen wechselte. Arbeloa hatte zuvor nur die Jugendmannschaft von Real Madrid trainiert und gilt als glückloser Interimstrainer, der den Erwartungen nicht gerecht wird.

Reals schwierige Saison: Mehr als nur ein Trainerproblem

Die Probleme bei Real Madrid gehen jedoch weit über die Trainerfrage hinaus. Der Kader wirkt unausgewogen: Während die Offensive mit Mbappé, Vinícius Júnior, Rodrygo und dem jungen Mastantuono gespickt ist, fehlt es an defensiver Stabilität. Die Abwehr um Antonio Rüdiger und David Alaba hat in dieser Saison bereits 42 Gegentore in La Liga kassiert – zu viele für einen Spitzenklub. Zudem laboriert Torhüter Thibaut Courtois an einer hartnäckigen Knieverletzung, die ihn immer wieder außer Gefecht setzt.

Im Mittelfeld fehlt der kreative Kopf von Toni Kroos, der 2024 seine Karriere beendete. Jude Bellingham hat zwar überzeugt, aber er allein kann die Lücke nicht schließen. Eduardo Camavinga und Federico Valverde sind starke Box-to-Box-Spieler, aber ihnen fehlt die Spielintelligenz eines erfahrenen Regisseurs. Dass die Saison dennoch nicht völlig entgleist ist, liegt vor allem an der individuellen Klasse von Mbappé und Bellingham. Doch interne Zerwürfnisse gefährden das Teamgefüge und damit die Erfolgsaussichten in der entscheidenden Saisonphase.

Die Königlichen stehen vor einem Scheideweg. Entweder sie schaffen es, die Konflikte beizulegen und den Zusammenhalt wiederherzustellen, oder die Saison endet in einem Scherbenhaufen. Die Gerüchte um Mourinho deuten darauf hin, dass die Vereinsführung bereit ist, den Radikalumbau einzuleiten. Ein Trainerwechsel allein wird jedoch nicht reichen. Die Spieler müssen sich ebenfalls hinterfragen, insbesondere Mbappé, der sich als Führungsspieler seiner Verantwortung stellen muss.

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Real Madrid seine Krise meistern kann. Das Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Bayern München steht bevor, und in der Liga wird jedes Spiel zum Endspiel um die Meisterschaft. Mbappé hat klargemacht, dass er nicht als vierte Option enden will – ob mit oder ohne Arbeloa. Der Druck auf den Trainer ist enorm, und die Uhr tickt. Sollte Mourinho kommen, könnte dies der Beginn einer neuen Ära sein. Oder der Anfang vom Ende eines weiteren Missverständnisses zwischen Star und Verein.


Source: Tages-Anzeiger News


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