Box-Kracher Fury gegen Joshua: Kostenlos für Millionen Netflix-Kunden
In einer überraschenden Wendung hat Netflix angekündigt, den mit Spannung erwarteten Schwergewichts-Boxkampf zwischen Tyson Fury und Anthony Joshua live zu übertragen – und das ohne Aufpreis für alle rund 300 Millionen Abonnenten weltweit. Die Ankündigung kommt nur wenige Monate nachdem der Streaming-Dienst erstmals ein großes Sportereignis übertragen hat und markiert einen weiteren Schritt in die Welt der Live-Sportrechte. Möglich wird der Deal durch die finanzielle Unterstützung des saudiarabischen Unternehmers Turki Alalshikh, Vorsitzender der General Entertainment Authority, der den beiden britischen Boxern ein kolossales Honorar zahlt.
Laut Promoter Eddie Hearn wird der Kampf voraussichtlich im Oktober oder November stattfinden, wobei das Wembley-Stadion in London als Favorit für den Austragungsort gilt. „Turki bevorzugt Großbritannien, schließt aber andere Optionen nicht aus“, erklärte Hearn. „Wir haben Gespräche mit den USA und natürlich auch mit Saudi-Arabien selbst. Aber Wembley hat eine besondere Atmosphäre.“ Die Stadionkapazität von 90.000 Plätzen wäre schnell ausverkauft, zumal das Duell der beiden Schwergewichtsstars als einer der größten Kämpfe der letzten Jahre gilt.
Die Hintergründe: Saudi-Arabien als Finanzier des Boxens
Turki Alalshikh hat sich in den letzten Jahren als einer der wichtigsten Finanziers im internationalen Boxsport etabliert. Seine Vision ist es, Saudi-Arabien zum Zentrum für große Sportereignisse zu machen. Mit der Investition in den Kampf zwischen Fury und Joshua setzt er diesen Kurs fort. „Saudi-Arabien hat erkannt, dass Sport eine Brücke zur Welt sein kann“, kommentierte ein Brancheninsider. „Die Zahlen, die Alalshikh auf den Tisch legt, sind für viele Boxer unwiderstehlich.“
Für Netflix ist dies ein strategischer Schritt. Der Streaming-Dienst hat in der Vergangenheit bereits Live-Events wie Stand-up-Comedy und Musikfestivals übertragen, aber Boxen ist ein Neuland. Mit 300 Millionen Abonnenten weltweit verfügt Netflix über eine riesige potenzielle Zuschauerbasis, die den Kampf ohne zusätzliche Kosten sehen kann. Dies könnte ein Modell für zukünftige Sportübertragungen sein, bei denen Abo-Gebühren die Kosten decken, anstatt Pay-per-View-Modelle.
Fury angriffslustig: „Ich werde ihn ausknocken“
Tyson Fury, der sich selbst als „Gypsy King“ bezeichnet, hat die verbale Offensive eröffnet. In einer Pressekonferenz erklärte er: „Ich werde ihn garantiert ausknocken. Er wird gegen mich nicht überleben können. Er hat kein Kinn, und ich werde es treffen, weil ich schneller bin als er und der bessere Boxer.“ Die Beleidigungen sind Teil einer langen Rivalität, die fast ein Jahrzehnt zurückreicht. Beide Boxer haben sich in der Vergangenheit immer wieder verbal bekämpft, ohne dass ein Kampf zustande kam.
Fury, 37 Jahre alt, hatte seinen Rücktritt nach zwei Niederlagen gegen Oleksandr Usyk im Jahr 2024 verkündet. Doch der Rücktritt war nur von kurzer Dauer. Im vergangenen Monat kehrte er in den Ring zurück und besiegte Arslanbek Makhmudov im Tottenham Hotspur Stadium klar nach Punkten. Der Kampf zeigte, dass Fury trotz seines Alters und der Niederlagen immer noch zu den besten Schwergewichten gehört. Seine unorthodoxe Boxtechnik und seine Schlagkraft machen ihn zu einem gefährlichen Gegner für jeden.
Joshua: Der Weg zurück nach einer schwierigen Zeit
Anthony Joshua, 36, hat eine längere Pause hinter sich. Seit seinem K.o.-Sieg gegen Jake Paul im Dezember 2025 bestritt er keinen Kampf mehr. Ein für Februar 2026 geplanter Auftritt musste abgesagt werden, nachdem Joshua in einen schweren Autounfall verwickelt war, bei dem ein enger Freund ums Leben kam. Der Brite zog sich zurück, um zu trauern und sich mental zu erholen. „Es ist kein Geheimnis, dass ich mir Zeit genommen habe, um mich zu sammeln und wieder aufzubauen. Ich freue mich darauf, zu kämpfen und dort weiterzumachen, wo ich aufgehört habe“, erklärte Joshua.
Doch bevor es zum Showdown mit Fury kommt, muss Joshua eine Hürde nehmen: Am 25. Juli 2026 tritt er in Riad gegen den albanischen Schwergewichtler Kristian Prenga an. Es handelt sich um einen Pflichtkampf im Rahmen der WBC-Wertung, den Joshua gewinnen muss, um seinen Anspruch auf den Fury-Kampf zu untermauern. Prenga ist ein unbekannter, aber gefährlicher Gegner mit einer beeindruckenden Schlagkraft. Ein Ausrutscher wäre katastrophal für die Pläne.
Die Karrieren im Überblick
Tyson Fury begann seine Profikarriere 2008 und wurde schnell zum Star. 2015 besiegte er Wladimir Klitschko und gewann die WBA-, IBF- und WBO-Titel. Nach einer Phase mit Depressionen und Drogenproblemen kehrte er zurück und kämpfte zweimal gegen Deontay Wilder, wobei er den WBC-Titel gewann. Seine Bilanz: 34 Siege (24 durch K.o.) und 2 Niederlagen (beide gegen Usyk). Fury ist bekannt für seine Größe (2,06 m), seine Beweglichkeit und seine provokativen Aussagen.
Anthony Joshua, Olympiasieger 2012, wurde 2016 Profi und gewann schnell die Weltmeistertitel. Er besiegte Charles Martin, Wladimir Klitschko (vor 90.000 Fans in Wembley), Joseph Parker und Alexander Povetkin. Niederlagen erlitt er gegen Andy Ruiz Jr. (die er im Rückkampf revanchierte) und zweimal gegen Oleksandr Usyk. Seine Bilanz: 28 Siege (25 durch K.o.) und 3 Niederlagen. Joshua ist für seine Athletik, seinen kraftvollen Jab und seine beeindruckende Physis bekannt.
Die Bedeutung des Kampfes
Ein Sieg gegen Fury würde Joshua wieder an die Spitze des Schwergewichts bringen und ihm die Chance auf einen erneuten Titelkampf geben. Für Fury geht es darum, zu beweisen, dass er trotz der Usyk-Niederlagen noch immer der dominierende Schwergewichtler ist. Der Kampf hat das Potenzial, einer der bestbezahlten in der Geschichte des Boxens zu werden, mit Einnahmen in Milliardenhöhe aus TV-Rechten, Ticketverkäufen und Sponsoring.
Die Übertragung durch Netflix könnte den Zugang zu diesem Mega-Event revolutionieren. Bisher waren große Boxkämpfe oft nur über teure Pay-per-View-Angebote verfügbar. Für die Fans bedeutet das eine enorme Ersparnis. „Netflix bringt den Boxsport zurück zu den Massen“, sagte ein Sportkommentator. „Das könnte die Zuschauerzahlen in die Höhe treiben und neue Fans gewinnen.“
Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Beide Boxer haben ihre Trainingslager eröffnet. Fury trainiert in Morecambe, England, unter seinem langjährigen Trainer SugarHill Steward. Joshua bereitet sich im Loughborough University Sports Centre vor. Die Fans weltweit fiebern dem Oktober oder November entgegen, wenn die beiden Giganten im Ring aufeinandertreffen. Bis dahin werden die verbalen Attacken sicherlich noch zunehmen. Bereits jetzt ist klar: Dieser Kampf wird in die Geschichte eingehen.
Die Gesundheit der Boxer wird von Medizinteams genau überwacht. Fury hatte in der Vergangenheit mit psychischen Problemen zu kämpfen, ist aber nach eigenen Angaben in bester Verfassung. Joshua zeigte sich nach seinem Trauerfall wieder stabil. Der Kampf wird von der British Boxing Board of Control lizenziert und unterliegt strengen medizinischen Auflagen. Ein vorzeitiges Ende durch K.o. oder technischen K.o. ist wahrscheinlich, da beide für ihre Durchschlagskraft bekannt sind.
Die Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien hat auch politische Implikationen. Kritiker werfen dem Land vor, mit Sportwaschen von Menschenrechtsverletzungen ablenken zu wollen. Die Boxer selbst halten sich aus der Politik heraus. „Ich bin ein Boxer, kein Diplomat“, sagte Fury. Joshua ergänzte: „Mein Job ist es, zu kämpfen. Wo das stattfindet, ist mir egal, solange die Bedingungen stimmen.“ Die Diskussion wird den Kampf jedoch weiterhin begleiten.
Die Ticketpreise werden voraussichtlich zwischen 200 und 2.000 Euro liegen, wobei die Nachfrage enorm sein wird. Einige Fans campieren bereits vor dem Stadion. Die Veranstalter rechnen mit einem Weltrekord-Publikum für einen Boxkampf im Freien. Netflix plant zudem eine interaktive Übertragung mit mehreren Kameraperspektiven und Live-Statistiken. Die Zukunft des Boxens scheint digital und global zu sein.
In den letzten Wochen vor dem Kampf werden die beiden Kontrahenten noch eine Pressekonferenz abhalten und öffentliche Trainings absolvieren. Die Spannung steigt. Die Frage bleibt: Wer wird gewinnen? Fury mit seiner Erfahrung und Größe oder Joshua mit seiner Athletik und Schlagkraft? Die Antwort wird Millionen von Zuschauern weltweit gebannt verfolgen.
Source: sportbild.bild.de News